Oberschenkelstraffung (Thighplasty): Ablauf, Heilungsprozess und Kompression
Die Oberschenkelstraffung beseitigt Hängehaut und Wundreiben an der Schenkelinnenseite über Schnitte in der Leistenfalte für wohlgeformte Beinkonturen.
Das Wichtigste
- Schnittführungen: Bei moderater Erschlaffung sichelförmig in der Leiste; bei massiver Hängehaut bis zum Knie verläuft der Schnitt senkrecht an der Oberschenkelinnenseite.
- Schluss mit Wundreiben: Das schmerzhafte Reiben der Schenkel beim Gehen und chronische Hautentzündungen werden dauerhaft behoben.
- Kompressionshose: Für 4-6 Wochen Pflicht; weite Ausfallschritte und das Spreizen der Beine sind anfangs strikt zu vermeiden.
Chirurgische Anatomie: Verankerung an der Colles-Faszie
Ein bekanntes Risiko ist das Absinken der Narbe mit Zugwirkung auf den Schambereich. Um dies zu verhindern, verankert der Chirurg die tiefen Fäden an der stabilen Colles-Faszie am Schambeinast. Diese Aufhängung nimmt die Spannung von der Hautnaht und hält die Narbe exakt in der Leistenfalte, ohne die Genitalanatomie zu verziehen.
Postoperative Hygiene, Wundpflege und Mobilisation
Die Leistenregion neigt zu Feuchtigkeit und Wärme. Daher ist in den ersten 2 Wochen penible Toilettenhygiene gefordert: Desinfektion mit milden Antiseptika und gründliches Trockentupfen. Das Einnehmen von breiten Sitzpositionen, Schneidersitz oder Hocken ist für mindestens 6 bis 8 Wochen tabu.
Quellen
- Lockwood T. Fascial anchoring technique in medial thigh lifts. Plast Reconstr Surg. 1988;82(2):299-304.
- Kenkel JM, et al. Medial thigh lift: patient selection, technique, and complications. Aesthet Surg J. 2008;28(6):682-690.
- Capella JF, Capella RF. The vertical medial thigh lift for massive weight loss patients. Plast Reconstr Surg. 2005;116(6):1790-1799.