Haartransplantation: Wenn die Haare nicht wachsen – Ursachen und Lösungen
Bei mangelndem Anwachsen transplantierter Haare muss zunächst der 12- bis 15-monatige Wachstumszyklus abgewartet werden, bevor eine Revisionsoperation oder Begleittherapien erwogen werden.
Das Wichtigste
- Zeitschiene: Das Wachstum setzt ab Monat 3 ein und erreicht im 8. Monat 60-70 %; ein endgültiges Urteil ist erst nach 12 bis 15 Monaten fundiert.
- Fehlerursachen: Dehydrierung der Grafts, hohe Transectionsrate bei der Entnahme, Gewebsnekrosen durch Überdichte oder postoperative Traumata.
- Lösungsansätze: Korrektureingriff bei ausreichender Spenderreserve, Nutzung von Barthaaren oder supportive Behandlungen wie Scalp Micropigmentation (SMP).
Medizinische Ursachen für mangelnde Graft-Überlebensrate
Das Anwachsen der Grafts verlangt eine rasche Revaskularisierung. Ursachen für Verluste sind: Hohe Transectionsraten beim Stanzen, zu lange Verweildauer außerhalb des Körpers ohne adäquate Kühlung, kapilläre Minderdurchblutung durch zu dichte Kanäle sowie versehentliches Ausreißen in den ersten Tagen. Auch unerkannte Vorerkrankungen wie Lichen planopilaris können Follikel zerstören.
Revisions-Haartransplantation und Korrekturkonzepte
Die Korrektur verlangt eine sorgfältige Trichoskopie der verbliebenen Donorreserve. Ist der Hinterkopf erschöpft, können Barthaare aus der Kinnregion (BHT) für Scheitel und Tonsur herangezogen werden. Falsch ausgerichtete "Puppenhaare" werden mit feinen Punches entfernt und anatomisch korrekt neu eingesetzt. Zur optischen Verdichtung bietet die Mikrohaarpigmentierung (SMP) wertvolle Unterstützung.
Quellen
- Unger WP. The history of hair transplantation. Facial Plast Surg Clin North Am. 2004;12(2):137-142.
- Jimenez F, Alam M, Vogel JE. Hair transplantation: basic concepts and overview. Dermatol Clin. 2021;39(3):395-404.
- Beehner M. Hairline design in hair restoration surgery. Facial Plast Surg Clin North Am. 2013;21(3):383-394.