Risiken und Komplikationen in der Plastischen Chirurgie: Sicherheit und Vorbeugung
Jede Operation birgt Risiken wie Infektionen, Nachblutungen, Serome oder Thrombosen; modernste Klinikausstattung und Facharztkompetenz senken diese auf ein Minimum.
Das Wichtigste
- Hämatom & Serom: Ansammlung von Blut oder Wundwasser unter der Haut; wird durch sorgfältige Blutstillung, Wunddrainagen und Kompressionskleidung vorgebeugt.
- Thromboseprophylaxe: Bei langen OPs besteht Thrombosegefahr; Antithrombosestrümpfe, Heparinspritzen und frühes Aufstehen nach der OP bieten Schutz.
- Wundinfektion & Nekrose: Absolute Sterilität, Antibiotika und der strikte Verzicht auf Nikotin vor und nach der OP sichern die Gewebedurchblutung.
Faktoren des chirurgischen Risikos und Patientenselektion
Chirurgischer Erfolg verlangt eine gewissenhafte Patientenauswahl. Ein Body-Mass-Index (BMI) über 32 kg/m² verschlechtert die Mikrozirkulation und vervielfacht das Embolierisiko. Schlecht eingestellter Diabetes und aktiver Nikotinkonsum erhöhen Wundheilungsstörungen drastisch. Erfahrene Chirurgen nutzen den Caprini-Score zur Thrombose-Risikoanalyse und begrenzen die OP-Zeit auf maximal 5 Stunden.
Intra- und postoperative Sicherheitsstandards
In modernen Fachkliniken greift die WHO-Sicherheits-Checkliste lückenlos. Während der OP massieren pneumatische Kompressionsmanschetten die Waden zur Vermeidung von Blutstau; Wärmedecken verhindern Unterkühlung und Gerinnungsstörungen. Binnen 6 Stunden nach Narkoseende erfolgt die frühe Mobilisation mit Pflegepersonal, ergänzt durch niedermolekulares Heparin.
Quellen
- Pannucci CJ, et al. The Caprini score predicts venous thromboembolism in plastic surgery patients: a validation study. Plast Reconstr Surg. 2011;128(2):448-456.
- Rhee JS, et al. American Society of Plastic Surgeons patient safety guidelines. Plast Reconstr Surg. 2020;145(3):805-814.
- Sorensen LT. Wound healing and infection in surgery: the clinical impact of smoking and smoking cessation. Ann Surg. 2012;255(6):1069-1079.