Die Norwood-Skala: Haarausfall-Stadien und benötigte Grafts
Die Hamilton-Norwood-Skala ist der Goldstandard zur Klassifikation des erblich bedingten Haarausfalls bei Männern (Typ 1 bis 7) und bestimmt die benötigte Graft-Anzahl.
Das Wichtigste
- Norwood 1-2: Ausreifung der Stirnlinie und minimale Geheimratsecken; meist medizinische Stabilisierung statt Operation.
- Norwood 3-4: Sichtbare Geheimratsecken und beginnende Tonsur; erfordert in der Regel 2.000 bis 3.500 Grafts.
- Norwood 5-7: Fortgeschrittene Kahlheit; erfordert 4.000 bis 6.000+ Grafts in meist zwei gestaffelten Sitzungen.
Die Stadien der Norwood-Skala und ihre klinische Relevanz
Die 1951 von Dr. Hamilton entwickelte und 1975 von Dr. Norwood verfeinerte Skala teilt den männlichen Haarausfall in 7 Stadien ein. Während Typ 1 den Übergang zur adulten Haarlinie markiert, ist Typ 3 die erste klinisch relevante Stufe für eine Transplantation. Ab Typ 4 tritt Kahlheit an der Tonsur hinzu; Typ 6 und 7 zeigen großflächigen Verlust. Die präzise Einordnung schützt das Donorgebiet vor Übernutzung.
Graft-Bedarf nach Stadien und Schonung der Donorzone
Bei Norwood 2-3 genügen in der Regel 1.500 bis 2.500 Grafts für Stirn- und Schläfenrekonstruktion. Norwood 4-5 benötigt 3.000 bis 4.500 Grafts für eine homogene Abdeckung von Vorderkopf und Scheitel. Bei Norwood 6-7 liegt der Bedarf oft über 5.000 bis 7.000 Grafts; hier wird zum Schutz der Entnahmestelle eine zweistufige Behandlung mit maximal 3.500 bis 4.000 Einheiten pro Eingriff empfohlen.
Quellen
- Norwood OT. Male pattern baldness: classification and incidence. South Med J. 1975;68(11):1359-1365.
- Hamilton JB. Patterned loss of hair in man; types and incidence. Ann N Y Acad Sci. 1951;53(3):708-728.
- Unger W, Shapiro R, Unger R, Unger M. Hair Transplantation. 5th ed. Informa Healthcare; 2011.