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Was ist androgenetische Alopezie? Erblicher Haarausfall erklärt

Autor: Op. Dr. İsmail Büyükçayır · Veröffentlicht:

Die häufigste Ursache für Haarausfall bei Männern und Frauen ist die androgenetische Alopezie, ausgelöst durch eine genetische Überempfindlichkeit gegenüber Dihydrotestosteron (DHT).

Das Wichtigste

  • DHT-Wirkung: Das Enzym 5-Alpha-Reduktase wandelt Testosteron in DHT um; genetisch sensible Follikel verkürzen ihre Wachstumsphase und schrumpfen.
  • Polygene Vererbung: Sowohl mütterliche als auch väterliche Erbanlagen bestimmen den Ausprägungsgrad und das Manifestationsalter.
  • Permanente Donor-Immunität: Haarfollikel am Hinterkopf besitzen keine Androgen-Rezeptoren und bleiben nach einer Verpflanzung lebenslang erhalten.

Der Miniaturisierungsprozess und frühe Anzeichen

Erblicher Haarausfall beginnt nicht schlagartig, sondern schleichend durch Follikelminiaturisierung. Während normale Haare 2 bis 6 Jahre in der Wachstumsphase bleiben, schrumpft dieses Zeitfenster unter DHT-Einfluss auf wenige Monate. Terminalhaare verkümmern zu feinen Vellushaaren. Ein ungleichmäßiger Haardurchmesser bei ausgefallenen Haaren ist das typische Frühsymptom.

Therapie-Algorithmus: Kombination aus Medikamenten und Chirurgie

Der Goldstandard vereint medikamentöse Stabilisierung mit operativer Rekonstruktion. FDA-zugelassene 5-Alpha-Reduktase-Hemmer (Finasterid/Dutasterid) senken den DHT-Spiegel, während Minoxidil die Mikrozirkulation anregt. An bereits kahlen Arealen stellen FUE- oder DHI-Haartransplantationen mit DHT-resistenten Spenderhaaren dauerhafte Dichte her.

Quellen

  • Kaufman KD. Androgens and alopecia. Mol Cell Endocrinol. 2002;198(1-2):89-95.
  • Ellis JA, Stebbing M, Harrap SB. Genetic analysis of male pattern baldness and the 5alpha-reductase genes. J Invest Dermatol. 1998;110(6):849-853.
  • Heilmann-Heimbach S, et al. Meta-analysis identifies novel risk loci and functional insights into male pattern baldness. Nat Commun. 2017;8:14494.

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